Fantasien, das Reich der Fantasie aus Michael Endes Kultbuch “Die Unendliche Geschichte”. Die kindliche Kaiserin regiert das Land weise mit Hilfe des mächtigen Auryns, einem magischen Medaillon. Doch irgendwas muss in einem Spiel doch immer schief gehen, sonst hat das Ganze irgendwie keinen Sinn, oder? Ja, genau, eben jenes wunderbare Amulett wird gestohlen, und das Nichts hält Einzug in diesem fantastischen Reich. Ihnen kommt nun die zweifelhafte Ehre zu, das in zig Teile zersplitterte Auryn wieder einzusammeln. Dummerweise sind die Teile des begehrten Schmuckstücks über das ganze Reich verstreut und Sie dürfen erst mal suchen gehen.

aq-pcDas Ganze beginnt in einem Tempel, von wo aus Sie das Level, welches Sie gerne spielen möchten, anwählen und betreten. Dort angekommen werden Ihnen von einigen NPCs Aufgaben gestellt, die Sie im Austausch für deren Hilfe erledigen müssen. Effektiv dreht sich das ganze Spiel allerdings nur um Energiekugeln – kleine gelbe Sphären die in den Levels verteilt sind, und von Ihnen eingesammelt werden wollen. Ein Level ist nur zu schaffen, wenn Sie mindestens 5 Energiekugeln finden. Das Spielprinzip riecht ziemlich stark nach einem „old-school Jump ‚n’ Run“, dem nur mal schnell eine 3D Engine verpasst wurde. Dieser Eindruck erhärtet sich noch durch den Umstand, dass Sie zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Waffen einsetzen können.

Nein, immer nur ballern muss nicht sein, aber es ist ja immerhin eine Abwechslung, die bei AQ leider fehlt. Noch unspannender wird das Spiel dadurch, dass das Ableben der Spielfigur eigentlich keinerlei Konsequenzen hat – Sie werden nur sofort zum nächsten Respawnpunkt gebeamt und können weitermachen, ohne dass Sie irgendwelche Einschränkungen fürchten müssen. Resultat dieser “Spawnpolitik”: Für erfahrene Spieler ist das Spiel innerhalb kürzester Zeit zu Ende.

Grafisch kommt AQ ziemlich angestaubt daher – die Engine ist bestenfalls auf dem Niveau von Unreal 1, und zeigt dabei eine erschreckend schlechte Leistung. Die Framerate bewegt sich zwar meistens über 20, aber einige Hänger die teilweise bis zu 10 Sekunden dauern sind dem Spielerlebnis nicht gerade zuträglich.

Zur Performance kommen ziemlich kantige Levels und viel zu kleine Texturauflösungen, die für die mangelnden Skindetails der Charaktere verantwortlich sind. Die Animationen sind gerade mal so Mittelmaß, hauen aber niemandem vom Hocker.

War da was? Ach ja, die paar Sprecher, die zwar professionell agieren, aber von den Stimmen her leider nicht besonders gut zu den Figuren passen, denen sie ihre Stimmen leihen. Schade ist auch, dass man nur 5 Sprecher engagierte, was zu einer ziemlichen Abwechslungslosigkeit in punkto Sprachausgabe führt. Die Effekte sind so lala, nichts Umwerfendes aber solide. Gleiches gilt für die Musik, die sich meist dezent im Hintergrund hält und einen relativ guten Job darin macht, die Atmosphäre zu unterstützen.

Hier ist bei Discreet Monsters geradezu fürchterlich geschlampt worden. Das fängt dabei an, dass man die Defaulttastenkonfiguration nicht ändern kann und mündet im schwammigen Gefühl, dass die Steuerung mit sich bringt. Sie fühlt sich beim Spielen so ähnlich an, als würde man mit einem 3 Meter langen Stock versuchen ein Streichholz aus einer Dose Niveacreme zu fischen – absolut seltsam eben.

Auryn Quest ist auf jeden Fall für jüngere Spieler gedacht. Der Gewaltverzicht, das einfache Spielprinzip und die ziemlich simpel gestrickten Levels machen dies absolut deutlich. Für ältere Spieler hat das Spiel leider recht wenig Reiz und man fühlt sich genötigt die 700 MB, die für die Installation benötigt werden, schon nach 20-30 Minuten wieder für interessanteren Kram frei zu machen. Für die Zielgruppe, die etwas Abwechslung von Rayman & Co sucht dürfte Auryn Quest allerdings ein gelungenes Spielchen sein. Ich rate jedoch auf jeden Fall vor dem Kauf Probe zu spielen.

Trailer:

Posted in: PC.
Last Modified: April 2, 2017

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