Dark Sector von Digital Extremes

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“Mein Name ist Tenno, Hayden Tenno…”, könnte es heißen, denn in Dark Sector übernimmt der Spieler die Rolle eines Geheimagenten, der sich auf Sondereinsatz in der osteuropäischen Stadt Lasria befindet. Dort kursiert angeblich ein brandgefährliches Virus, das die Menschen in seltsame Monster verwandelt. Ein Wissenschafter ist für dieses Übel verantwortlich und Hayden hat nun die Aufgabe erhalten, diese Person zu liquidieren. Doch so leicht es sich auch anhört verläuft der Einsatz leider nicht und Hayden wird vom Virus befallen wodurch sein rechter Arm anfängt, sich zu verändern. Es tritt eine Mutation ein! Eine Art Wurfklinge entwickelt sich aus seinem Arm, doch diese Veränderung wird sich noch zum Vorteil für Hayden zeigen. Er braucht nämlich nicht lange bis zur Erkenntnis, dass diese Mutation seines Arms gar nicht so schlecht ist und sich hervorragend als Tötungswerkzeug gegen die zahlreichen Gegner erweist. Dass es dabei nicht zimperlich zugeht kann man sich vorstellen, denn es rollen Köpfe und zahlreiche Gliedmaße fein geschnitten zu Boden.

Nun, die Story von Dark Sector ist schnell erzählt. Kein Wunder, besticht diese wahrlich nicht mit Tiefgang und Komplexität. Besonders gegen Ende des Spiels wird diese immer dünner und uninteressanter. Leider, denn der Prolog setzt sich gut in Szene aber es fehlt Kontinuität und ein gewisser Spannungsbogen der sich einfach nicht aufbauen möchte.

Ziemlich schneidige Waffen!

Hayden Tennos Wurfklinge, auch “Glaive” genannt, ist eine Art Boomerang-Wurfgeschoss, das entfernt gelegene Gegner mit scharfer Klinge niederstrecken kann und anschließend magisch zu seinem Besitzer zurückkehrt. Nach und nach erhält man immer neue Fähigkeiten, mit dem Glaive umzugehen, damit die Anwendung dieser Waffe auch für den Spieler interessant bleibt. Nachdem Hayden sich immer weiter vorkämpft, wird sein Körper durch das Virus immer mehr verändert was wiederum neues Kampfverhalten mit sich bringt.

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Hauptsächlich wird das Glaive als Tötungswaffe eingesetzt, doch es gibt auch andere Aufgaben als nur reines Niedermetzeln von Gegner! Auch so manche Rätsel müssen gelöst werden, in dem das Glaive mit Feuer, Eis sowie diversen Stromquellen in Verbindung gebracht wird. Teilweise muss man es auch benutzen, um entfernte und unerreichbare Schalter zu aktivieren. Alle Rätsel sind jedoch sehr einfach zu meistern. Viele gibt es ohnehin nicht.

Dark Sector erinnert bezüglich der Steuerung der konventionellen Waffen etwas an “Gears Of War” und auch das Deckungsverhalten ist aus dem Spiel bekannt. Die Steuerung des Glaive ist jedoch auf der PS3 einzigartig dank Six-axis Controller! Es kann aber wahlweise auch mit analoger Steuerung gespielt werden.

Schade ist, dass das Glaive nicht überall an jeder Stelle verwendet werden kann, so wie man es selber gerne hätte. Etwa ist es nicht möglich, ein Stromkabel sofort zu trennen, um es elektrisch aufzuladen. Konventionelle Waffen haben leider auch einen Nachteil in Dark Sector: Diese können nur für ein paar Sekunden verwendet werden da die Gegner einen Sensor an den Waffen angebracht haben, welcher die aufgehobene Waffe kurz darauf unbrauchbar macht. Zwar hat man eine eigene Pistole aber die reicht meistens nicht aus um sich zu verteidigen, sodass der Gang zum Waffenhändler sehr von Vorteil sein kann, um längerfristig größere Waffen benützen zu können. Durch das eingesammelte Geld im Laufe des Spiels gibt es dann verschiedene Waffen und diverse Modifikationen zu kaufen. Doch einmal eine Modifikation gekauft, lässt sich nichts mehr rückgängig machen und man ärgert sich eventuell im späteren Spielgeschehen, weil es Besseres im Angebot gegeben hätte, was aber nicht mehr verwendbar ist, da auch ein Tausch der Modifikation nicht mehr möglich ist.

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Kluge Gegner Fehlanzeige!

Leider ist die KI (Künstliche Intelligenz) der Gegner kein herausstechendes Merkmal von Dark Sector. Manche stehen einfach nur in der Gegend herum und reagieren erst nach einem Schuss. Andere agieren anfangs klug und schleichen sich seitlich heran, doch erkennen die Gegner, dass es auf diesem Weg nicht mehr weiter geht, laufen sie genau ins Sperrfeuer von Hayden! Jedoch, durch die enorme Anzahl an Gegner die einem entgegenkommen, sind viele Kämpfe sehr herausfordernd und brandgefährlich. Außerdem gibt es keine Fluchtmöglichkeiten, da wie in “God Of War” die Räume so lange versperrt bleiben, bis alle Gegner getötet wurden! Die Bossgegner sind immer anspruchsvoll und teilweise ziemlich schwer zu besiegen. Oft muss auch das Glaive richtig eingesetzt werden, um zum Sieg zu gelangen. Taktik ist hier also gefragt.

Technische Aspekte

Die Grafik kann sich wirklich sehen lassen und ist schön detailliert. Licht- und Regeneffekte sowie die Zwischensequenzen können ebenfalls überzeugen. Toll sehen auch die Bossgegner aus! Die eigens entwickelte Grafik-Engine hat sich hier durchaus bezahlbar gemacht. Weniger toll sind Mimik und Gesichter. Außerdem sehen sich manche Level sehr ähnlich.

Einen Kritikpunkt gibt es im Bereich Ton/Musik: Fehlende Lippensynchronisation was unprofessionell wirkt und deshalb die schönen Zwischensequenzen etwas trübt! Die Hintergrundmusik ist aber solide gemacht und die Soundeffekte sind grandios! Die deutsche Sprachausgabe kann sich durchaus hören lassen aber viele werden die US-Version kaufen wegen der wahrscheinlichen Indizierung in Deutschland. Die US-Version ist jedoch mit deutsche Untertitel ausgestattet.